H. Pöchhacker Leserbrief

Hans Pöchhacker  und seine Frau Anke waren neben der Bäckerei Hartner jahrzehntelang die größten Frequenzbringer des Hochen Marktes. Nach dem so frühen Tod seines Vaters mußte Hans  die Fleischerei in jungen Jahren übernehmen und baute den Betrieb mit seiner Frau Anke zu einer stark frequentierten Spezialitäten Fleischerei und zu einem Lebensmittelmarkt aus.
Mit der weltbesten „Blunzen“ und der „Papstwurst“ setze er auch internationale Erfolge um.
Aber er mußte auch all die Fehlentwicklungen miterleben, welche aus dem einst florierenden Hohen Markt eine Problemzone machte. Die Sperre der Zufahrt zu seinem Geschäft (FUZO) und die  Installierung eines UNI Marktes in der Stadt brachten das Lebensmittelgeschäft zum Erliegen und er mußte es schließen. Aber auch in der Fleischerei  wurde die sinkende Kunden-Frequenz in der Stadt immer mehr spürbar, doch  mit „seinen köstlichen Grillhenderln“ konnte er auf „eigene Faust“ wieder meht Frequenz am Hohen Markt schaffen. Als dann der bei ihm eingemietete Libro-Markt  in die Untere Stadt abgeworben wurde, konnte er mit C&A – Wäschegeschäft, rasch einen Nachmieter an Land ziehen. Doch auch Nachfolger C&A  zog sich aus Waidhofen zurück. Nachdem  seine Frau Anke und er selbst  dann ihr Pensionsalter erreicht haben wurde daher dann auch die Fleischerei geschlossen.
https://piaty.blog/2017/08/19/die-letzte-stunde/

Aber Hans ließ nicht locker und konnte bald wieder sein Haus mit neuem Leben erfüllen. Der Gutshof Hohenlehen führt die Fleischerei weiter und Herbert Fügerl betreibt jetzt dort seinen Kopier Shop.

Doch gerade in dieser schweren Zeit des Neuanfanges der neuen  Geschäfte im „Pöchhackerhaus“ platzen die WVP Gemeinderäte mit der Idee, statt des so bewährten Pflasters in der Fuzo nun um viel Steuergeld das für behinderte- ältere- und gehschwache Menschen so problematische „Kleinsteinpflaster“ legen zu lassen.

Ein rein „türkiser“ Beschluß, der von allen anderen fünf  Parteien im Gemeinderat abgelehnt wurde. Auch das sollte zu denken geben !

Obwohl der Bürgermeister nun verkündet, der Gemeinderat  hätte schon 2017 eine Neugestaltung der FUZO beabsichtigt,  kam es 2018 vorerst zu Grabungsarbeiten für das „schnelle Internet“. Eine  sehr geschäftsstörende Baustelle, aber es wurde versprochen, daß die „Kabel plus“ das Pflaster auf ihre Kosten rasch wieder herrichtet. Es wurden sehr zeit- und arbeitsaufwendig  die einzelnen Pflastersteine vorsichtig herausgehoben, nummeriert und gereinigt dann am Parkplatz in der Weyrerstraße zwischengelagert.  Was jetzt damit geschehen soll und wer die unnötige Mehrarbeit bezahlen wird, ist angeblich noch nicht geklärt.
FUZO Pflaster am Viadukt Parkplatz

Doch statt der versprochenen Wiederherstellung  des gut begehebaren Bodenbelages bis Ende Juni 2018, wird in einer Sondersitzung des Gemeinderates am 16. Juli 2018  anderes beschlossen (Totalentfernung des glatten Pflasters und Neuherstellung mit teilweise nur gespaltenes und daher schlecht zu begehenden „Kleinsteinpflaster“) gleich am 23. Juli 2018 mit neuerlichen umfangreichen Bauarbeiten begonnen. Das bedeutet für den Hohen Markt bis Oktober 2018 eine Riesenbaustelle mit großen Verlusten für die noch vorhandenen Geschäfte, dazu große Lärm- und Staubbelästigung für die Anrainer. Das Geld dazu wird laut Vizebürgermeister Wührer „teilweise umgeschichtet“. So wird das Geld für die Pflasterung teiweise aus dem „Straßenbauprogramm“ der Stadt genommen, dafür muß eben nun die Sanierung anderer Straßenzüge in Waidhofen warten. Aber das haben dann die WVP Gemeinderäte auch so beschlossen!

Und das Ergebnis soll sein:  Die Politik der WVP will  offensichtlich Albträume verwirklichen, und den „Gehkomfort des Mittelalters“  nach Waidhofen  zurückzubringen.

Warum die Gemeinderäte der Bürgermeisterpartei dieser  plötzlichen Vorgangsweise  in einer Sondersitzung zugestimmt haben ist unbekannt. Man hüllt sich da in Schweigen, selbst bei der Diskussion im Gemeinderat hielten sich die Mehrzahl völlig zurück, und nicht einmal der am Hohen Markt wohnende Gemeinderat meldete sich zu Wort – warum wohl ?

Jedenfalls wollen die Anrainer diese Verschlechterung für ihr Wohn-Gebiet nicht. Sind sie es doch, welche  dann für die Schneeräumung vor ihren Gebäuden verantwortlich sind. Und einen mit Kleinsteinpflaster ausgeführten Bodenbelag mit dem eisernen „Eis- und Schneescherer“ zu reinigen ist sehr mühevoll und endet oft mit Verletzungen im Schulterbereich – denn die harten Kanten der Steine stoppen meist  zu ruckartig den Räumvorgang, und dieser Ruck muß vom Arm und der Schulter aufgefangen werden. Bitte Unfallchirurgen fragen !

Und so entschloß sich Hans Pöchhacker die Situation in einem Leserbrief darzustellen, welcher bisher im Ybbstaler, der NÖN und in Ybbstalnews veröffentlicht wurde:
Leserbrief Ybbstaler Hans Pöchhacker

Der Leserbrief in Ybbstalnews:
http://www.ybbstalnews.at/32-popular/347-waidhofen-leserbrief-pflasterung

Viele Fragen läßt diese Pflasterung offen: Wer hat letzlich die Verantwortung für die „Barriererfreiheit“ dieser „Neugestaltung“ zu übernehmen ?

Die Leserbriefe der direkt betroffenen Familie Pöchhacker (die Hans   im Wissen der Zustimmung der überwiegenden Zahl der übrigen Anrainer und Geschäftsleute geschrieben hat) werden sicher nicht ungehört bleiben.
Die Opposition hat geschlossen im Gemeinderat dieses Pflaster abgelehnt, also wird alleine die „politische“ Diskussion zum Thema angespannt sein.

Erste Reaktion:
Was für Mair der Kubus war, das könnte die Pflasterung für Krammer werden  –
der Verlust der „Absoluten“ bei der nächsten Wahl.

Denn merke: Gegen den Willen der Bevölkerung Architektenwünsche  zu erfüllen, sollte  für Politiker doch zuwenig bürgernahe sein.

Näheres zum Pflastern in der Fußgängerzone:
https://piaty.blog/2018/07/31/die-pflasterfrage/