Früher haben die handwerklichen Zuckerbäcker dafür gesorgt, daß zu schönen Anlässen besonders gute Süßigkeiten am Tisch standen. Waidhofen / Ybbs hatte mit Karl Piaty einen Vertreter dieser Zunft, der im ORF dafür warb. In der ehemaligen Gefolgsküche im Waidhofner Bäckerhaus wurde ein Studio eingerichtet und von dort gesendet.

Als Beipiel die mehrmals wöchentlichen Sendungen zur Weihnachtszeit:

ORF Fernsehteam bei Piaty in Waidhofen / Ybbs –
insgesamt wurden ca. 25 Sendungen für Fernsehen und Radio aufgenommen.
Trailer des ORF als Ankündgung für die Radiosendungen mit Karl Piaty

Diese „Werbung für das Süße“ hat nun auch die Politik übernommen, zumindest hat in der Vorwoche der Waidhofner Vizebürgermeister folgendes verkündet:

NÖN Ybbstal: Scharfe Kritik übte der SP-Vizebürgermeister Armin Bahr vergangene Woche via Social Media an der Stadt Waidhofen und der Bürgermeisterpartei. Er kritisierte in seinem Posting, dass die Pflegebroschüre der Stadt aus Kostengründen nicht an alle Haushalte ausgesandt wurde, „es aber anscheinend überhaupt kein Problem [ist], ein ganzes Magazin mit Keksrezepten und vor allem schönen Bildern und lieben Worten der Verantwortlichen an alle Waidhofner Haushalte auszuschicken.“

Wie findet aber die Bevölkerung solche Aktivitäten?
Das hat die NÖN erhoben und wird am Mittwoch dem 11. 11. 2020 (offizieller Faschingsbeginn) das Ergebnis in Ihrer Ybbstalausgabe verkünden.
Wieviele Bürgerinnen und Bürger werden es gut finden, daß nun auch die Aufgaben des „Handwerks“ von der Politik übernommen werden?

Hier einige Erinnerungsfotos zu den ORF Produktionen in Waidhofen.

Die Umftage über das Keksheft der Stadt Waidhofen / Ybbs hat die NÖN nun abgeschlossen – das Ergebnis ist recht klar:

Diesmal kommt das dazugehörige Gedicht
von Kulturkreis Beraterin Renate Wachauer

Alles , kannst du vergessen
wenn´s Kekserl gibt , zum Essen

möchtest du der Liebsten etwas schenken ,
brauchst nicht lange denken

ein paar Kekserl in die Dose ,
da braucht sie weder Kleid noch Hose

nimmt sie das Kekserl erst in den Mund
da ist die Erde wieder rund

sie schmecken mürb , zart und lecker
aber nur die, vom Zuckerbäcker

willst du aber ganz besonders sein
legst auch noch ein paar Kipferl rein

du wirst sehen es ist nicht übertrieben
sie ist glücklich und auf der Wolke sieben

es ist kein Witz und auch kein Scherz
es geht auf der Mund und auch das Herz

drum eines vegeßt bitte NIE
das ALLERBESTE gibts beim PI !

Und auch Stadtdichter Fred Eichleter fällt zu den „Keks“, zu denen ja auch die „Vanillekipferl“ gehören ein langer Reim ein. Denn es hat ihm einmal ein Freund über sein Problem mit den Kekserln (Kipferln mit Vanille) seiner Exfrau erzählt. :

Nicht den Busen, nicht den Gang,
nicht die Haare, blond und lang ,
nicht die Blicke, diese kessen!
Ich vermiss‘ auch nicht den Sex!
…Nur die Keks von meiner Ex
kann ich leider nicht vergessen!

Streitigkeit vergang‘ner Tage,
Ehekrisen, Zank und Plage
seh‘ ich durch die rosa Brille!
Und ich grüble, wie es ist,
wenn die jetzt der And‘re frisst,
…. diese Kipferl mit Vanille!

Weihnachtszeit macht keine Freud‘
und ich tu auch niemand leid,
….ohne Mehlspeis ist es schaurig!
Unterm dürren Christbaumwipferl
liegt kein einzig weißes Kipferl
und die Kerzen brennen traurig!

Ich muss mich schon selber hassen!
Hätt‘ ich mich nicht scheiden lassen,
wär‘ das Weihnachstfest „in Butter“!
Ich greif rasch zur Quasselstrippe
und betör mit frecher Lippe
meine einst‘ge Schwiegermutter!

„Hilf mir bitte!“ fleh‘ ich leise
„aus mit meiner Lieblingsspeise,
du,die für mich stets sympathisch!“
„Eine Weihnacht ohne diese
endet für mich in der Krise
und für immer problematisch!“

„Leider“, meint sie voller Hohn,
„nascht mein neuer Schwiegersohn
alles Süße mit Vergnügen,
du liesst meine Tochter liegen!
Du wirst keine Kipferl kriegen,
kannst dich noch so wild verbiegen!“

Kann mir wer die Weihnacht retten?
Will wer einen, braven Netten
heuer Weihnachtsfreude bringen?
Ach, was nutzen leise Glocken,
wenn mich keine Kipferl locken,
auch wenn sanfte Engerl singen!

Soll ich Inserate schalten,
meinetwegen zwei, drei Spalten,
mit ganz fetten,dicken Lettern?
Soll ich schreiend es verkünden,
dass mich Bäckerinnen finden
und auf einen Kirchturm klettern?

Gibt es für uns arme Alten
Weihnachtskipferlbackanstalten,
die am Nordpol fabrizieren?
Wo die Kobolde und Elfen
dem gestressten Santa helfen
Kipferl backfrisch auszuführen?

Gibt es wo im facebook drinnen
etwa Kipferlbäckerinen,
die mir Gaumenlust entfachen?
Die mich traurig armen Schlucker
liebvoll mit Vanillezucker
weihnachtsseelig glücklich machen?

Gibt es wohl Waidhofner Frau‘n,
die sich trotz der Männer trauen
meinen Kipferlwunsch zu stillen?
Die mir armen Kipferlosen
meine leeren Kexerldosen
randvoll mit was Süßem füllen?

Und so hoff‘ ich, dass die Guten
sich bis Heilig Abend sputen
und mich heimlich überraschen!
Ich brauch‘ alle Jahre wieder
weder Gans noch fromme Lieder,
…möcht‘ nur meine Kipferl naschen!


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