Beispiel Citybahn Waidhofen / Ybbs
Aktualisiert: 11. Februar 2021

Die EU hat das Jahr der Schiene ausgerufen:
https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2020/11/12/european-year-of-rail-2021-informal-agreement-with-the-european-parliament/

Die österr. Verkehrsministerin Eleonore Gewessler tauft deshalb eine neue LOK –
https://www.krone.at/2340403.

Fotos: ÖBB / Scheiblecker

.. aber im niederösterreichischen Mostviertel ist „Anderes“ angesagt – da wird man auch 2021 weiter „Schienen herausreißen“ welche noch bis 12. Dezember 2020 im ganzjährigen Regelbetrieb standen.

…. deshalb feiert man im Ybbstal 2021 als „Jahr des Schienenabrisses“.
Denn leider feiert nur die EU, die Verkehrsministerin und die ÖBB das Jahr der Schiene – doch wie es „darunter“ aussieht, geht scheinbar niemand etwas an.

Betrachtung: Die im Dezember 2020 erfolgte Verkürzung der Citybahn war ein verkehrspolitischer Fehler. Denn der einst vorhandene Verkehrsknotenpunkt Gstadt wurde damit zerstört, statt ihn auszubauen. Ein Video soll erinnern, wie wichtig diese Haltestelle für Schüler war, um ohne Querung der Bundesstraße und Bahnübergänge und ohne langen Fußmarsch schnell und bequem zu ihren Schulen zu kommen.

Citybahn – Fahrt im Jänner 2021 auf dem verbliebenen teil

Rückblick auf die Situation vor der Verkürzung
Bahnknoten Gstadt – zerstört im Dezember 2020

Wenn ich den öffentlichen Verkehr auf der Schiene so verschlechtere, die gute Schieneninfrastruktur im Jahre 2021 endgültig abreißen lasse, so sollte dies doch auch „zum Nachdenken“ auffordern dürfen.

Die verbliebene Strecke ist für den öffentlichen Verkehr zu unattraktiv geworden, aber sie ist auch ein „Leckerbissen für Eisenbahnfreunde„, denn die Fahrt geht hoch über den Dächern der mittelalterlichen, über 800 Jahre alten Stadt. Die touristische Auslastung ist derzeit sehr gering, aber hier wäre viel möglich.

Ausgangslage 2021: Halbstundentakt unter der Woche und Samstag vormittag, Stundentakt Samstag nachmittag sowie Sonn- und Feiertag.
Fahrpreis mit 6 Streifenkarte nur 90 Cent pro Fahrt.

Besonders die Weigerung, per Akkuantrieb umweltfreundlich zu fahren, ist eine politische Kurzsichtigkeit im Umweltbereich und die Errichtung der Haltestelle Kupferschmiedgasse zu aufwändig und unbequem. Daher muß das übriggebliebene Stück der Citybahn neben den Schülerfahrten auch andere zusätzliche Benutzergruppen ansprechen. Wenn das nicht gelingt ist eine komplette Einstellung anzudenken, ein Ersatz mit Bussen und einem Elektro-Citytaxi stehen hier zur Diskussion. Doch derzeit fährt die Citybahn, daher sollte dies gerade jetzt auch genützt werden.

Interessant dazu ein Kurier Artikel im Dez. 2020 wo sowohl Frau GF Komarek als auch Bürgermeister Krammer namentlich genannt werden. Auch die Kronenzeitung und die NÖN haben gut erkannt, daß bezüglich gekürzter Citybahn ein großer Diskussionsbedarf für 2021 besteht:

Welche Marketingaktionen (Ankündigung Kurier) werden da eigentlich diskutiert – was haben Bahnbetreiber, Land NÖ und Stadt Waidhofen da wirklich vor?

Um die Diskussionen etwas zu beschleunigen bringt der „Eisenbahnberater“ des Kulturkreis Freisingerberg (Karl Piaty sen.) nun ein „Maßnahmenpaket“ in die Öffentlichkeit:

1) Die Umweltverträglichkeit den gesetzlichen Klimavorgaben anpassen:
Täglich bis zu 54 Fahrten als innerstädtisches Verkehsmittel mit Diesel sind einfach ein Unding in Zeiten der Klimabestrebungen. Der Umbau von Triebwagen auf AKKU Betrieb wäre seit rund 8 Jahren möglich gewesen – doch Landesrat Mag. Wilfing hat diesem von LH Pröll unterstützem Ansinnen eine Abfuhr erteilt.
Daher 2021: Sofortige Beauftragung zum Umbau auf AKKU-Betrieb oder baldige Elektrifizierung mit Oberleitung.
2013: https://www.youtube.com/watch?v=M_7_u0PRmTA

2) Tourismusangebote:
a) Da die Haltestelle Kupferschmiedgasse für eine bequeme Benützung durch Bahnkunden ungeeignet ist, sollte diese rasch zu einer Aussichtsplattform umgestaltet werden. An- und Abreise mit der Citybahn im Halbstundentakt läßt hier viel Potential zu. Denn die Aussicht ist von dort phantastisch – näher als vom Krautbergkreuz aber trotzdem mit „umfassenden Panoramablick“.
Hier ein Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=Pce91CkhL2o&t=386s

b) Halt auf Verlangen am denkmalgeschützten Viadukt von 1896:
Die beste Aussicht auf die Stadt – doch die Überfahrt ist für Touristen und Fotografen zu schnell. Daher sollte hier „auf Verlangen wie bei der Kupferschmiedgasse“ ein max. 20 Sekunden Fotohalt oder eine „Langsamfahrt“ eingelegt werden. Dieses Toruristenangebot natürlich nur bei jenen Fahrten, welche nicht zum Schülertransport nötig sind.

c) „Von technischer Energie befreiter“ Schrägaufzug von der Station Schillerpark oder Lokalbahnhof auf den Buchenberg. Die diesbezüglich Pläne (Erzberger Modell) reichen Jahre zurück sind aber nunmehr umso wichtiger.
Näheres hier: https://piaty.blog/2018/10/24/buchenberg-braucht-hilfe/

d) Angebote für größere Gruppen, Hochzeitsfahrten, Geburtstagsfahrten, Betriebsausflüge usw. in Verbindung mit der Haltestelle „Kupferschmiedgasse“. Auch der Osterhasenzug, der Nikolauszug, der Silvesterzug und der Christkindlzug könnten weitergeführt werden, die verstärkte Einbindung des Tierpark Buchenberg ist dabei allerdings nötig. Denn ohne „Gstadt“ sind Themenfahrten einfach zu kurz. FFP2 maskierte „Faschingsfahrten“ könnten natürlich auch hier schon bald „Neuland“ in die etwas „lahm gewordene Eisenbahnszene“ bringen.

e) Ausflugsfahrten für Busreisende – Unterbrechungsaktivität- Pläne seit Jahren in den Schubladen – durch den Halbstundentakt aber nun weit professioneller durchzuführen.

f) Fahrten mit „offenen Ausflugswaggons“ – nur auf Bestellung.

g) Fahrten mit der ersten „Dampflokomotive der Welt“, welche emmissionsfrei betrieben wird – als Energie Strom & Druckluft – ein meilensteinsetzendes Forschungsprojekt – mittelfristig umsetzbar.
Wer dieses Video genau ansieht, erkennt darin auch „des Rätsels Lösung“: https://www.youtube.com/watch?v=RIZVDDrTiiI&t=650s

h) Kurzfristig sollte es aber kostenlose „Schnupperfahrten“ geben – statt auf das 1-2-3 Ticket noch monatelang zu warten, eben ein kostenloses „4er“ Ticket für „Wochenendfahrten“. Das wäre eine gute Sache – denn so an die 95% der Waidhofnerinnen und Waidhofner sind noch nie mit der „Citybahn“ gefahren.

i) Zur Sichtverbesserung im Sommer müßten die hohen, meist wild gewachsenen Stauden am Krautberg (Richtung Stadt gesehen) gegen flachere Grünpflanzen ausgetauscht werden. Auch die vereinzelt alt gewordenen und damit zu hohen Bäume sollten wegkommen, wie es im Garten der Fa. Marcik schon geschehen ist. Windwürfe (z.B. vor wenigen Jahren in der Kupferschmiedgasse) hätten sogar die Notwendigkeit dazu aufgezeigt.

3) Diese Bahn hat ein geradezu unüberschaubares Potential um das Land NÖ, das Eisenbahnwesen, die Stadt Waidhofen / Ybbs aber auch die ganze Region positiv in die internationalen Schlagzeilen zu bringen um Innovationen der Zukunft vorzuzeigen.

Durch die Verkürzung der Citybahn hat die Politik dieser Eisenbahn den Status einer Pendlerbahn bzw. Verbindungsbahn zum öffentl. Verkehr in die beiden Ybbstäler leider genommen. Eigentlich wäre es logisch, das verkürzte Stück ebenfalls bald aufzulassen.

Die hohen Investitionkosten des Jahres 2020 (Verschwenkung beim Hauptbahnhof, die 2 neuen Haltstellen und die Signalanlagen an den Kreuzungen) hätten für den öffentlichen Verkehr wohl besser genützt werden können. Doch nun ist alles errichtet und alles auch zu bezahlen, auch der neue Verkehrsdienstvertrag sichert die Bahn jetzt auf längere Zeit ab.

Daher ist es notwendig, auch zur Erhöhung einer positiven Meinung zur Bahn, die hier vorgeschlagenen „Attraktivierungen“ zu diskutieren und größtmöglich umzusetzen.

Diese detailierte Vorstellung zum Thema „Zukunft Citybahn“ zeigt Entwicklung und Hintergründe der schwierigen Situation des Eisenbahnwesens im Ybbstal mit vielen Dokumenten und Bildern:
https://piaty.blog/2021/01/04/zukunft-der-citybahn/

Eine belegte Information von einem Insider ermöglicht es auch, die einstigen Versprechungen und Planungen für die Citybahn 2021 aufzuarbeiten:

Aus dem Geschäftsbericht der NÖVOG –
für das Geschäftsjahr 2019 stammt dieser Ausschnitt:
NÖVOG Spitze und Bürgermeister Krammer stehen im Bild genau dort, wo die versprochne zentrumnahe Haltestelle (Oberklammer) hätte sein sollen.

Die wichtigsten Teile sind hier rot markiert

Eine offizielle Presseaussendung der NÖ Landesregierung zeigt die Vorhaben für die Citybahn Waidhofen / Ybbs noch deutlicher:
Citybahn Waidhofen wird modernisiert | Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, 28.08.2019 (ots.at)

2021 ist daher der Zeitpunkt gekommen
… die Begründungen der Abweichungen zu hinterfragen:

NÖ Landesregierung 28. August 2019 (Ausschnitte – Original Link oben)
Nach fast zehn Jahren, in denen immer wieder über die Zukunft der Citybahn Waidhofen diskutiert wurde, ist vor kurzem die Entscheidung gefallen. Die Citybahn wird als innerstädtisches Verkehrsmittel und Kulturgut attraktiviert und verkehrt ab Fahrplanwechsel 2020 verkürzt auf der Strecke Waidhofen Hauptbahnhhof bis Vogelsang.

……. In weiterer Folge wird geprüft, ob zwei weitere Haltestellen – in der Hammerschmiedgasse sowie im Zentrum – eine noch bessere Anbindung gewährleisten und für mehr Fahrgäste sorgen könnten.

„Wir denken auch bereits weiter in die Zukunft und unterstützen das Forschungsprojekt der Fachhochschule St. Pölten zu alternativen Fahrzeug– und Antriebskonzepten für die Citybahn“, so Komarek.

Zum Kulturgut: Die Dampflok Yv2 ist denkmalgeschützt und daher rechtlich gesichertes „Kulturgut“ von Waidhofen / Ybbs.
Frage daher: Sind Fahrten mit dieser Lok auf der verkürzten Strecke möglich?

Zu den Haltestellen: In der Hammerschmiedgasse gibt es keine Haltestelle, auch die Haltestelle im Zentrum (Nähe Oberklammer – Rothschildschloß, Kirche, Eislaufhalle, Parkbad) wurde nicht errichtet und dafür eine unbequeme und nur durch steile Anstiege aus dem Zentrum erreichbare Haltestelle mit dem unpassenden Namen „Kuperschmiedgasse“ statt „Berggasse“ errichtet.
Frage daher: Wer hat diese Haltestellen so gewollt und wer hat sie beschlossen.

Zu den alternativen Fahrzeug– und Antriebskonzepten:
Diese für Ende 2019 versprochene Studie ist bis heute nicht öffentlich.
Frage daher: Gibt es diese Studie überhaupt?

Am 27. Jänner 2021 hat der Kurier dieses Thema in einem sehr interessanten Artikel aufgenommen:

Doch was sich wirklich rund um die Citybahn tut ist weiter ungeklärt.
Dieser Artikel der OÖN wirft weiter viele Fragen auf:
https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/kurzzugende-fuer-die-ybbstalbahn;art68,3160497

Keine Kosten scheut das Land NÖ., um 2021 Werbung für die „Landesbahnen“ zu machen. Fast eine ganze Kurierseite dazu am 29. Jänner 2021. Wer näher liest, erfährt auch, daß die „Kulinarik“ dabei wichtig ist und wie umweltfreundlich alles abläuft. Bei der Citybahn ist also bei Kulinarik und Umwelt bald etwas „zu erwarten“ – sollen diese Angaben stimmen.

Wichtig wäre als 1. eine Umstellung von Diesel auf CO2 frei. AKKU, Wasserstoff oder Oberleitung, die „Kürze der Bahn“ läßt alle umwelrelevanten Möglichkeiten rasch und problemlos zu. Ein Wort der Landeshauptfrau in Richtung „Innovation, Umweltschutz und Grüne Energie“, sollte genügen.

Und noch eine aktuelle Erwähnung der Waidhofen Citybahn gibt es.
In einem 129 seitigen Urteil des NÖ Landesverwaltungsgerichtshofes vom Dezember 2020 ist dies zu lesen:

Kein Faschingsscherz – sondern Ausschnitt eines Urteiles vom Dez. 2020

Auch eine schweizer Eisenbahnzeitung hat sich nunmehr der Verkürzung der Citybahn und die Entscheidungen dazu angenommen. Die wohl interessanteste Aussage dabei ist die „Nichteinbindung des VOR“ – stimmt das wirklich ?

Eine schriftliche Nachfrage beim VOR hat ergeben, daß dies dort nicht so gesehen wird – hier die Antwort im Originaltext:
„Bezüglich der Citybahn Waidhofen kann ich Ihnen versichern, sind und waren wir in die Gespräche eingebunden und haben immer das Ziel verfolgt, ein insgesamt kundenorientiertes und zukunftstaugliches Angebot aufrechtzuerhalten bzw. mit zu entwickeln“.

Um VOR mit weiteren Sachinfos zu versorgen, wurde diese Darstellung des Waidhofner Stadtrates Ing. Martin Dowalil per Mail in Erinnerung gebracht.

Und parteipolitisch zeichnet sich 2021 – 11 Monate vor der Gemeinderatswahl in Waidhofen / Ybbs – klar ein Thema auf. Die unfaire Behandlung der Stadt durch das Land NÖ. – hier Aussendungen der SPÖ Fraktion im Gemeinderat – diese stellt aktuell auch den Verkehrsstadtrat:

Wieviel umständliche und bürokratische Handlungen nötig sind, damit das Land NÖ (laut Landesrat Schleritzko) das Bahn- und Busangebot den Bewohnerinnen näher bringen kann, beweist dieser Kurier Artikel vom 2. Februar 2021:

Deshalb wäre das bereits vorgeschlagene Angebot für die Citybahn nun sehr verständlich und auch endlich realisierbar

2 Vorschläge (siehe oben) könnten sehr rasch umgesetzt werden.

b) Halt auf Verlangen am denkmalgeschützten Viadukt von 1896:
Die beste Aussicht auf die Stadt – doch die Überfahrt ist für Touristen und Fotografen zu schnell. Daher sollte hier „auf Verlangen wie bei der Kupferschmiedgasse“ ein max. 20 Sekunden Fotohalt oder eine „Langsamfahrt“ eingelegt werden. Dieses Toruristenangebot natürlich nur bei jenen Fahrten, welche nicht zum Schülertransport nötig sind.

h) Kurzfristig sollte es aber kostenlose „Schnupperfahrten“ geben – statt auf das 1-2-3 Ticket noch monatelang zu warten, eben ein kostenloses „4er“ Ticket für „Wochenendfahrten“. Das wäre eine gute Sache – denn so an die 95% der Waidhofnerinnen und Waidhofner sind noch nie mit der „Citybahn“ gefahren.

Auf diesen Vorschlag folgte von Seiten des Landes NÖ folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Piaty!

Frau Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Herr Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf und Herr Landesrat Schleritzko haben uns Ihre Schreiben betreffend die Citybahn Waidhofen / Ybbs übermittelt und uns beauftragt, Sie direkt zu informieren.

Herzlichen Dank für Ihre Überlegungen zur Citybahn Waidhofen. Die in der Pressemitteilung zur Zufriedenheit der Fahrgäste erwähnte Befragung ist, wie Sie auch erwähnt haben, im Oktober 2020 durchgeführt worden. Zu einem Zeitpunkt, wo eine aussagekräftige Fahrgastbefragung auch möglich war, da keine Lockdownsituation in Österreich geherrscht hat. Wir freuen uns wirklich sehr darüber, dass unsere Fahrgäste der Citybahn Waidhofen ein so positives Zeugnis ausgestellt haben.

Eine valide Bewertung der Fahrgastsituation seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember ist angesichts der seit November 2020 beinahe durchgängigen coronabedingten Lockdownsituation in Österreich allerdings sehr schwer möglich. Die Citybahn Waidhofen wird hauptsächlich von Schüler*innen und Pendler*innen genutzt. In einem Lockdown mit ganztägigen Ausgangsbeschränkungen, Homeschooling, Homeoffice und geschlossenem Handel ist es nur natürlich – und im Sinne der Sicherheit und Gesundheit aller auch wichtig – dass unsere Fahrgäste weitestgehend zu Hause bleiben. Dennoch ist die Citybahn Waidhofen ein öffentliches Verkehrsmittel und das Angebot muss aufrecht erhalten werden.

Wie Sie wissen, wurde nach einem jahrelangen und sehr intensiven Diskussionsprozess gemeinsam mit der Stadt Waidhofen an der Ybbs 2019 die Entscheidung getroffen, ein mehrstufiges Zukunftspaket für die Citybahn zu schnüren. Dieses Paket stellte eine Win-win-Situation dar und vereinbarte die Wünsche der Stadtentwicklung, der Radweganbindung und der innerstädtischen Mobilität. Vor mittlerweile 1,5 Jahren wurde dieses Zukunftspaket von der Stadt Waidhofen an der Ybbs und den Niederösterreich Bahnen gemeinsam präsentiert.

Dieses vereinbarte Zukunftspaket wurde nun mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 vollinhaltlich umgesetzt und stellt einen wesentlichen und positiven Beitrag zur Entwicklung der Stadt Waidhofen an der Ybbs und der Citybahn als wichtiges innerstädtisches Verkehrsmittel dar und eröffnet auch neue Chancen. Uns ist bewusst, dass die Verkürzung einer traditionellen Eisenbahnstrecke immer schmerzt, im Falle der Citybahn Waidhofen soll dies jedoch den gemeinsamen Aufbruch der Niederösterreich Bahnen und der Stadt Waidhofen in eine gute Mobilitätszukunft darstellen.

Auch wir wollen nichts lieber, als intensive Marketingaktivitäten für unsere Citybahn Waidhofen starten zu können. Allerdings ist es, wie bei allen anderen Bahnen auch, dass dies im Lockdown einfach sehr schwierig und auch nicht sinnvoll ist. Wir wissen heute nicht, wann genau wieder all jene, die nicht auch jetzt schon auf die Citybahn angewiesen sind, mit ihr fahren dürfen. Unsere Citybahn Waidhofen ist im Konzern der Niederösterreich Bahnen, vor allem auch hinsichtlich Marketing & Vertrieb, gut aufgehoben. Wir freuen uns aber über jede positive Unterstützung unserer Bemühungen, um die Citybahn gut in die Zukunft zu führen. Jetzt geht es darum, gemeinsam konsequent weiterzuarbeiten. Wir wissen, dass Sie auf vielen Kanälen präsent sind und wir freuen uns sehr, dass Sie uns auch bei diesen Bemühungen unterstützen werden.

Sie wissen, wie sehr uns die Citybahn Waidhofen am Herzen liegt. Wir danken Ihnen daher für Ihr großes Engagement!
Ende der Antwort des Landes NÖ.

Da der Kurier bereits über die Vorschläge berichtet hat hier nun der Vorschlag in einem konkreten Antrag:
„Um das Fahrangebot der Citybahn von Waidhofen / Ybbs bei der Bevölkerung besser aufzuzeigen bittet der Kulturkreis Freisingerberg den zuständigen Landesrat Schleritzko, hier „Schnupperfahrten“ zu ermöglichen. Ohne bürokratischen Aufwand, ohne Einbindung von Gemeinde, Verkehrsverbünde oder sonstige Institutionen“.

Einfache Lösung:
Beginnend mit Samstag den 20. Februar 2021 ist die Benützung der Citybahn an Samstagen, Sonn- und Feiertagen vorübergehend gratis.
Und während dieser Fahrten (natürlich nur wenn ein Zeitpolster gegenüber dem Fahrplan gegeben ist) sollte das Viadukt aus dem Jahre 1896 sehr langsam überfahren werden (Stadtansicht genießen lassen)

Wie entsteht an wenig genützen Tagen ein „Zeitpolster“

Die Citybahn Waidhofen an der Ybbs ist zu den Wochenenden nur sehr mäßig ausgelastet. Und wenn fast niemand ein- und aussteigt und daher auch kein Kartenverkauf im Zug stattfindet, entstehen sogenannte „Zeitpolster“ welche derzeit mit „Zwischenstehzeiten“ in Haltestellen ausgeglichen werden. Aber es wäre vielleicht von Vorteil, wenn diese entstehenden Zeitpolster durch „Langsamfahrten“ verbraucht würden. Z.B. über das denkmalgeschützte Viadukt von 1896 mit der herrlichen Aussicht auf die mittelalterliche Kleinstadt Waidhofen / Ybbs. Das Video zeigt einen „Zeitpolsterhalt“ kurz vor dem Viadukt:

Alle fahren City-Bahn!
Jetzt seid ihr zum Fahren dran,
Eltern, Buben, Mädchen!
Keinen Cent für diese Tour!
In der alten Schmalzugsspur
geht es übers Städtchen?

Auf Waidhofen einen Blick!
Vogelsang und dann zurück,
in ein paar Minuten!
Schnuppertickets steh‘n bereit!
Nutze die Gelegenheit,
jetzt mußt du dich sputen!

Und sollte es etwas mit den „Schnupperfahrten“ werden, so hat Stadtdichter Fred Eichleter dazu schon einen „Reim“ geschrieben:

So etwas gibt es nur selten in Europa.
Originalviadukt von 1896

Aktuell am 7. Februar 2021 – Unsere für den öffentlichen Verkehr zuständigen Politiker tauschen sich zum öffentlichen Verkehr über internationale Meldungen der APA Presseagentur aus.

Landesrat Schleritzko (ÖVP):
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210207_OTS0010/lr-schleritzko-erwarte-ordnungsruf-aus-verkehrsministerium-an-die-oebb
Hauptaussage: „Der Öffentliche Verkehr steht einer wahren Vertrauenskrise gegenüber. Die Verantwortlichen sollten die gute Reputation des Öffentlichen Verkehrs durch Angebotskürzungen, die vor allem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer treffen, nicht noch weiter belasten“, appelliert Schleritzko.

Nationalrat Weratschnig (GRÜNE)
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210207_OTS0043/weratschnig-mit-ruf-zur-sache-an-lr-schleritzko-vp-westbahn-notvergabe-haengt-einzig-an-finanzminister-bluemel
Hauptaussage: „Die Forderung von LR Schleritzko (VP) aus Niederösterreich, die ÖBB möge ohne weitere Hilfen den Bahnbetrieb auf der Weststrecke aufrecht erhalten, strotzt von wirtschaftlicher Unkenntnis. Die Strecke Salzburg- Wien wird eigenwirtschaftlich betrieben und ist abhängig von Einnahmen.

Zusammenfassung des Themas durch die „Wiener Zeitung“:
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/2091888-OeBB-und-Westbahn-reduzieren-Angebot-auf-Strecke-Wien-Salzburg.html

Die NÖN vom 10. Februar 2021 hat das Thema sehr gut beleuchtet:

So stellen sich die BürgerInnen und BahnfahrerInnen eine sachliche Diskussion zum öffentlichen Verkehr wohl nicht vor.
Und manchmal hat man dabei das Gefühl, daß ein altes Sprichwort hier passend wäre: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werden“

Denn zuerst gute Schieneninfrastruktur wie bei der Ybbstalbahn und 2020 auch noch einmal auf der Citybahn Waidhofen / Ybbs zu zerstören, 2021 für rund 20.000ehemalige Benützer das bequeme Bahnangebot ab Gstadt völlig einzustellen – und dann bei anderweitigen „Ausdünnungen“ öffentlich einen „Ordnungsruf“ aussprechen – da gehört schon viel „politischer Mut“ dazu.

Daher wieder einmal zur Erinnerung,
wie in NÖ mit Bahninfrastruktur während der letzten 7 Jahre verfahren wurde:

Hier nun 2 Videos von RB Film von den Zerstörungen der Ybbstalbahn:

Und wie sahen „die GRÜNEN“ die Bahnvorgänge im Ybbstal 2014?
Hier ihr damaliger Beitrag samt Video dazu – jetzt sind sie in der Regierung !
https://vimeo.com/122428171?fbclid=IwAR3wEqEYcmHeKuFKX80B-QYnqFWcI6ZQHCmPidvLqBpnUE_QfvqB0P81BqE

Was die NÖ. Politik 2014 zerstört hat, ist für spätere Generationen in diesem Film des deutschen Bahnsenders „Eisenbahn-Romantik“ zu sehen:

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