In Lunz am See wurde am Pfingstsamstag 2021 das „Haus der Wildnis eröffnet“. Ein moderner Bau aber durchaus auch sehr gefällig geworden. Über 6 Millionen Euro (das waren einmal rund 100 Millionen Schilling) wurde dafür ausgegeben.

Alles was den Tourismus in der Gegend fördert wird begrüßt – koste es was es wolle. Denn durch den Wegfall der Ybbstalbahn hat das obere Ybbstal viel an Kulturerbe und Touristenattrakitvität einbüßen müssen.

Rund 400.000 Personen fuhren noch 2006 mit dieser Bahn, und alleine im Tourismus waren es im Schnitt 45.000 die diese Bahn im Jahr benützten. Das zeigt eine Studie, die das Land NÖ. im Jahr 2007 erarbeiten ließ:

Ausschnitt aus der vielseitigen Studie zur Ybbstalbahn

Und Eisenbahntouristen sind bekanntermaßen weltweit auch wichtige Interessenten für Museen und Ausstellungen, etwas was bei Radfahrern eher weniger festzustellen ist. Wer geht schon gerne verschwitzt und in Sportkleidung in ein MuseumRadfahrer sind eben Freizeitsportler in der freien Natur. Und sie fahren auch nur rund 6 Monate im Jahr, auch bei Regen fallen sie natürlich total aus – zum Unterschied eben von Bahntouristen. Darum war die Forderung nach „Bahn und Rad im Ybbstal“ ja so wichtig gewesen. Nur eine Kombination dieser beiden Attraktionen einer Region bieten wirklich nachhaltigen Ganzjahrestourismus.

Also vom Land selbst errechnete 45.000 Bahntouristen fehlen dem Ybbstal seit der Einstellung der Ybbstalbahn und dabei sind die vielen Sonderfahrten noch gar nicht in diese Zahlen eingerechnet. So. z.B. fuhren zu Weihnachten alleine rund 700 Bahnfahrer nach Lunz am See – bei den Dampfsonderfahrten des Club 598 waren es immer so an die 200. Zusätzlich noch die vielen Fotografen entlang der Strecke – das war breit gestreute Werbung für das Ybbstal

Einige Beispiele aus dem Archiv des Kulturkreises Freisingerberg

So sah Europa das Eisenbahnangebot des Ybbstales im Fernsehen

Für diese großen touristischen Leistungen der Ybbstalbahn (jährlich an die 45.000 Fahrten) hatte bei der Eröffnung des Haus der Wildnis (23. Mai 2021) der Landeshauptfraustellvertreter Dr. Pernkopf leider nur diese Worte übrig:

1000 statt 45.000 – Nur ein „Versprecher“?

Dabei war es Dr. Pernkopf selbst, der im Jahr 2000 eine Petition der Bürgermeister der Region bearbeiten mußte, welche die Erhaltung der Ybbstalbahn forderte. Damals war Martin Ploderer Bürgermeister von Lunz am See – und wußte genau was die Ybbstalbahn für die Region bedeutet.

Die Petition zur Erhaltung der Ybbstalbahn wurde 2000 an den „jungen Sachbearbeiter dea Amtes der NÖ. Landesregierung“ – Herrn Pernkopf – gesendet.

Auch Landeshauptmann Dr. Pröll wollte noch 2013 Bahn und Rad gemeinsam im Ybbstal, denn auch er wußte, was eine Eisenbahn für eine Region bedeutet.:

LH Pröll will Rad gemeinsam mit der Bahn im Ybbstal

Warum spricht dann Dr. Pernkopf in Anwesenheit von der Landeshauptfrau und den Medien in einer öffentlichen Übertragung im Internet mit völlig falschen Zahlen über das Kulturerbe Ybbstalbahn?
Warum macht ein Umweltpolitiker die Eisenbahn öffentlich so herunter?
Wieso wird die Citybahn nicht endlich CO2 frei gemacht?

….. fragen wir Herrn Dr. Pernkopf doch einfach selbst.

Und vielleicht schaut er sich das sogar persönlich an, welche Möglichkeiten die EU nun finanziell zum Thema Technologie, Klima und Umweltschutz bietet:

Exakt 1 Jahr vor den Aussagen von Dr. Pernkopf in Lunz gab es diesen ausführlichen BLOG zur Umweltsítuation am Beispiel der Citybahn Waidhofen / Ybbs: https://piaty.blog/2020/05/22/geld-fuer-regionalbahnen/

Zum Haus der Wildnis:
Auch der Kulturkreis Freisingerberg berichtete:

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