Waidhofen

Frieden durch Jugend

Mark Perry Kronenzeitung hat diesen BLOG bereits am 9. April 2022 für einen halbseitigen Bericht verwendet:

https://www.krone.at/2677234

Die ganze Welt kennt in diesen Apriltagen nur ein Thema – Den Krieg in der Ukraine. Ausgelöst duch einen einzigen Mann – also dürfte ein Ende des Krieges auch an diesem einzigen Mann hängen.

Waidhofen / Ybbs ist eine kleine Stadt im westlichen NÖ. – hat aber mit Krieg und Russen vielseitige Erfahrung. Selbst erlebt ist immer am authentischsten, oft können aber nur noch Bilder und Videos daran erinnern:

Stalin am Oberen Stadtplatz bei der Mariensäule und am Unteren Stadtplatz neben der Bäckerei Piaty. Auch das Wetterhäuschen spielte eine große Rolle in der einstigen Beziehung der Russíschen Besatzung und den Waidhofnern.

1946 wurden diese Bilder in Waidhofen aufgenommen,
zur Zeit als die Stadt russisch besetzt war.

Rund 75 Jahre später gibt es wieder Krieg in Europa – diesmal zwischen Russland und der Ukraine. Und es ist ein einzelner Mann Auslöser des Krieges. Und dieser Mann kennt das Ybbstal und auf Grund seiner Familienausflugfahrten mit der Ybbstalbahn sicherlich auch Waidhofen / Ybbs

Hier die Begründungen dazu:

Und so war es für Karl Piaty sen. ein sehr einprägsames Erlebnis, wie sich am 6. April 2022 viele junge Waidhofner Schülerinnen und Schüler direkt neben dieser Mariensäule zusammenfanden, um in persönlichen Briefen an Wladimir Putin ein sofortiges Kriegsende erbaten.

Die jungen Menschen und auch deren begleitende Erwachsenen wählten diesen Platz ohne zu wissen, daß hier die Familie Putin schon einmal gestanden sein wird.

Das Piaty-Video zeigt diese öffentliche Briefaufgabe am 6. April 2022 – schöner kann man eine Friedensaktivität nicht durchführen – denn es war eben keine übliche Demo, sondern öffentlich gezeigte Anteilnahme und Tatkraft.

Ein Beitrag der Jugend in Waidhofen / Ybbs, wie er nicht eindrucksvoller gezeigt werden kann. Traumwetter nach 10 Tagen Sauwetter zeugt auch von der „Zustimmung von Oben“!

Etwas Waidhofner „Kriegsgeschichte“:
Dieser alte Dampfbackofen der Bäckerei Piaty in Waidhofen / Ybbs (als größter Ofen Österreichs im Jahre 1925 erbaut) wurde von der russischen Besatzungsmacht 1945 beschlagnahmt. Hier wurde rund ein Jahr und 24 Stunden am Tag für die russischen Offiziere von St. Pölten bis zur Demarkationslinie zur amerikanischen Zone (Enns) gebacken.

Alois Mock besuchte anläßlich der Aufhebung des eisernen Vorhanges auch diesen „Zeitzeugen eines alten Dampfbackofen“ im Bäckerhaus Piaty. Der Ofen ist auch 2022 im Einsatz, er dürfte einer der wenigen Großöfen in Österreich sein, der ohne technische Energie auskommen würde. Der Ofen aus dem Jahre 1925 funktioniert im Krisenfall auch ohne Strom oder Öl. Hoffen wir aber, daß dieser Krisenfall nie mehr eintreten wird.

Einfach zum Nachdenken:
„Lernen sie Geschichte“
das hat einmal Bruno Kreisky einem Journalisten geraten.

„Lernen sie Geschichte“, das würde auch am Beispiel des Oberen Stadtplatzes von Waidhofen / Ybbs passend für die österr. Politiker der Jetztzeit sein.

Beste Auskunftsperson dazu wäre der derzeitige Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka. Er ist nicht nur in Waidhofen / Ybbs aufgewachsen und war hier einmal Bürgermeister, er ist auch „gelernter Historiker“.

Denn der Obere Stadtplatz ist das lebendige Zeichen für Geschichte.
Hunderte Jahre zurück läßt sich alles verfolgen, da aber derzeit 100 Jahre NÖ. das große Thema ist, sollte vorerst nur diese Zeit beleuchtet werden.

Oberer Stadtplatz – 20er Jahre. Das große Thema der Weltpolitik ist Südtirol und so gab es vor dem historischen Wetterhäuschen große Kundgebungen bezüglich des Machtkampfes um Südtirol:

Oberer Stadtplatz – Südtirol Kundgebung

Als die Nationalsozialisten in Österreich die Macht übernahmen, wurde schnell der Name geändert und so hieß der Obere Stadtplatz ab dann „Adolf Hitlerplatz“:

Ansichtskarte des Oberen Stadtplatz während des 2. Weltkieges
Kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges übernahm Stalin dann den „Ehrenplatz“
Gut erkennbar die russische Fahne am Stadtturm und die Maríensäule.
Das Wetterhäuschen wurde abgedeckt, sollte als Kriegsbeute nach Rußland gebracht werden.
Doch die Waidhoner ließen den Abbau des Wetterhäuschens vom Oberen Stadtplatz nicht zu – im Gegenteil. 1955 – nach der Befreiung aus der russischen Besatzung wurde das Wetterhäuschen am 26. Oktober 1955 festlich geschmückt um die Erinnerungen wachzuhalten. Hier der Europachef des japanischen Nationalfernsehen bei der Besichtigung der Ausstellung im Stadtturm. Er drehte 2000 bei Piaty einen Film über die Einführung des Euro.

Und auch in Tourismusbroschüren und dem großen Waidhofenbuch zur 800 Jahrfeier wurde das schmiedeeiserne Wetterhäuschen zur „Institution der kleinen „Eisenstadt“

Die ganze Geschichte des Wetterhäuschens von Waidhofen / Ybbs:

Wie schnell sich Alles ändern kann –
….. dazu braucht man nur kurz etwas „zurückdenken“:
https://www.krone.at/1781176

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