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Dorfgespräch St. Leonhard

Politisches Dorfgespräch in St. Leonhard am Wald

Das vorletzte politische Stadt- und Dorfgespräch fand am 9. März 2026 in St. Leonhard am Wald statt. Auch der St.-Leonhard-Fan und parteiunabhängige Politikbeobachter Karl Piaty sen. war vor Ort und konnte einige interessante Eindrücke gewinnen:

Der Saal der Vorzeigegaststätte Leonhardiwirt – bekannt auch für sein Erfolgsmodell der 4-Tage-Woche – war gut gefüllt. Das große Interesse zeigte sich auch an der politischen Vielfalt der Anwesenden. Neben Bürgermeister Krammer, Vizebürgermeister und Landtagsabgeordnetem Wührer (ÖVP), Vizebürgermeister Bahr (SPÖ) sowie den Stadträten Dowaill (FUFU) und Durst (ehem. MFG) waren für Insider auch Sympathisanten der FPÖ und der GRÜNEN zu orten.

Die Moderation übernahm Stefan Hackl, der die Diskussion mit präzisen Zahlenfolien unterstützte. Bürgermeister Krammer schilderte dabei anschaulich die derzeitige finanzielle Situation der Stadt: zu viele Ausgaben und zu wenig Einnahmen. Sparsames Wirtschaften bleibe daher weiterhin notwendig.

Dafür gebe es durchaus einfache und wirkungsvolle Möglichkeiten.
Eine solche Maßnahme betrifft die Reduktion der Anzahl der Gemeinderäte. Der Gemeinderat hat diesen parteiübergreifenden Vorschlag bereits beschlossen; er liegt nun beim Land Niederösterreich zur Beschlussfassung eines neuen Waidhofner Stadtrechts. Da auch Vizebürgermeister Wührer diesem Vorschlag zugestimmt hat, könnte er als neuer Landtagsabgeordneter entsprechend darauf einwirken. Schließlich wurde diese Einsparungsmöglichkeit auch vom Chef des KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung, Dr. Peter Biwald, der die Stadt kostenpflichtig in Finanzierungsfragen berät, besonders hervorgehoben.

Dr. Biwald schrieb dazu an Karl Piaty sen.: „Sehr geehrter Herr Piaty,
danke für Ihre Infos und Einschätzung. Den Waidhofener Gemeinderat zu reduzieren wäre ein einfaches Unterfangen. Mit freundlichen Grüßen Peter Biwald“
(Ausschnitt)

Weitere Informationen dazu finden sich im Blogbeitrag:
https://piaty.blog/2024/03/06/fif-schau-oba/

Sollte das Land NÖ diesen Vorschlag nicht rasch umsetzen, könnte dies politisch sehr heikel werden – ein „aufgelegter Elfer“ für die NEOS, die im NÖ Landtag gut vertreten sind.

Ein öffentliches Diskussionsthema war die „Schachtel- und Wegwerfgastronomie“, die nach Ansicht einiger Teilnehmer die Umwelt mit weggeworfenen Speisen- und Getränkeverpackungen belastet. Bürgermeister Krammer stellte allerdings klar: Sollte McDonald’s nach Waidhofen/Ybbs kommen wollen, sei das Unternehmen willkommen, auch die rechtlichen Voraussetzungen seien gegeben. Für die Verkehrsfrage – insbesondere die Anbindung an die B 121 – würden demnächst entsprechende Lösungen gesucht.

Große Aufmerksamkeit galt auch dem Autoverkehr in St. Leonhard. Durch neue Maßnahmen wird der runde Kirchenvorplatz von Autos freigehalten, gleichzeitig wird weiterhin auf eine Gebührenpflicht verzichtet. Dies ist vorbildhaft zu sehen, denn auch wenn Autos manchmal Probleme verursachen – ohne sie und ausreichende kostenlose Parkmöglichkeiten funktioniere eine moderne Wirtschaft kaum.

Hintergrundgespräch:
Der Winter 2026 zeigte zudem, dass Schnee und Eis trotz Klimawandel weiterhin eine Herausforderung darstellen. An zwei Tagen im Jänner war das Fortkommen in Teilen der Stadt nur schwer möglich. Angesichts der vielen neuen Gemeindestraßen wird es zunehmend schwieriger, überall rasch für geräumte Fahrbahnen und Gehwege zu sorgen.

In diesem Zusammenhang sollte daher auch der kommende Wahltermin thematisiert werden. Erst seit wenigen Jahren finden Gemeinderatswahlen in Waidhofen/Ybbs im Jänner statt – früher war der Termin traditionell im März oder April. Die Vorverlegung wurde mit der Möglichkeit eines kürzeren Wahlkampfes begründet. Aber da gibt es auch ein Demokratieproblem, da Wintertermine erfahrungsgemäß zu einer geringeren Wahlbeteiligung führen. Auch St. Pölten konnte 2026 entsprechende Erfahrungen machen.

Daher sei der Appell an die Politik gerichtet, künftig wieder andere Wahltermine zu wählen. Eine Möglichkeit wäre, die Gemeinderatswahl 2027 vorzuziehen. Sollte es im Herbst 2026 zu einer Volksbefragung zum Wehrdienst kommen, könnte dieser Termin gleichzeitig für die Gemeinderatswahl genutzt werden – das würde Bürokratie und Kosten sparen. Andernfalls wäre ein Termin zwischen Ende Oktober und Mitte November 2026 sinnvoll. Zusammen mit einem verkleinerten Gemeinderat ergäbe sich daraus eine doppelte Win-Win-Situation für die Finanzen der Stadt Waidhofen/Ybbs.

Einziger Wermutstropfen der Diskussion: Es fehlte die Information zur „Notarzt-Demo im Landhaus“. Hier haben sich einst auch die Stadtpolitiker eingebracht, nun wo es soweit ist, spricht man öffentlich nicht mehr darüber: Warum?

Insgesamt bot das Dorfgespräch in St. Leonhard am Wald eine gute Gelegenheit zum Austausch. Besonders bemerkenswert war, dass Gespräche auch abseits der offiziellen Diskussion konstruktiv geführt wurden. Fotos und Videos hat Karl Piaty sen. diesmal nicht gemacht – möglicherweise wird der Magistrat hier noch entsprechendes Material nachreichen.

Reaktion: Zusatz zur Wortmeldung einer besorgten Leonharderin zum Thema Müll in der Landschaft durch Mc. Donald: Tatsächlich greift das neue Pfandsystem auf Plastikflaschen und Aludosen bei MC Donald nicht. MC Donald nützt weiter die unpassenden österr. Mehrwertsteuerbestimmungen um sich erstens das Pfand zu ersparen und läßt sich darüber hinaus auch noch einen Teil der Speisen-Verpackungen vom Steuerzahler zahlen. Bei den Riesenmengen an Schachteln für die Speisenverpackung ein lukratives Geschäft für den internationalen Konzern. Und so stimmt es leider auch, dass die großen Abfallmengen von Mc. Donalds weiter oft untentsorgt bleiben. Wer mit der Bahn fährt, kann diesen riesigen Müllanfall gut beobachten, wer mit dem Auto fährt sieht das Dilemma auf den Wiesen und Strassengräben. Eine Lösung wäre möglich, aber da spielt die Politik bisher nicht mit.

Ps: Erst seit 2017 gibt es Jännertermine bei Waidhofner Gemeinderatswahlen:

KI generierte Zusammenstellung der NÖN Ybbstal – 60,2 % für die WVP – auch das war einmal!

Nächste Möglichkeit – Windhag

Beispiele von Piaty-BLOG`s mit Bezug auf die Wirte von St. Leonhard:

Und auch für 2026 sind wieder besondere „Schmankerl“ zu erwarten – schließlich beginnt die Eissstrasse nun wieder mitten am bald autofreien Kirchenvorplatz von St. Leonhard.

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