Allgemein

Franz ist tot

Ein Waidhofner Original ist von uns gegangen

Immer wenn ein Waidhofner Original seinen letzten Weg angetreten hat, sei es erlaubt – und vielleicht sogar geboten –, einen Augenblick innezuhalten und zurückzublicken.

Bei Franz Eichleter fällt dieser Rückblick besonders vielfältig aus. Der Kulturkreis Freisingerberg hatte über viele Jahrzehnte hinweg immer wieder Berührungspunkte mit ihm. Begegnungen, Veranstaltungen, Gespräche, Bilder und Videos sind geblieben. Und gerade deshalb ist es gar nicht so leicht, aus der Fülle der Erinnerungen jene herauszugreifen, die einen Menschen und sein Leben wirklich beschreiben können.

Karl Piaty sen. besuchte Franz Eichleter in den letzten Wochen seines irdischen Lebens mehrmals im Pflegeheim in Amstetten. Dabei wurde schmerzlich sichtbar, wie sehr eine schwere Krankheit einen Menschen körperlich verändern kann. Es waren Begegnungen, bei denen die Sorge von Mal zu Mal größer wurde – und bei denen gleichzeitig immer deutlicher wurde, dass sich ein bewegter Lebensweg seinem Ende näherte.

So bringt sein Tod neben aller Trauer auch einen tröstlichen Gedanken mit sich:
die Erlösung von schwerem Leiden.

Vielleicht liegt gerade darin eine Botschaft, die uns die Verstorbenen hinterlassen.

Wir sollten unser Leben leben, solange es uns möglich ist. Wir sollten Begegnungen nicht auf später verschieben, Freude nicht für irgendwann aufheben und dankbar sein für jene Tage, an denen wir noch selbst entscheiden können, wohin unser Weg führt.

Und wenn dieser Weg eines Tages zu Ende geht, darf neben der Trauer auch Dankbarkeit stehen: Dankbarkeit für das gelebte Leben, für gemeinsame Stunden, für Erinnerungen – und schließlich auch dafür, dass schweres Leiden ein Ende gefunden hat.

Denn unser irdischer Weg ist kurz.
Was bleibt, sind die Spuren, die ein Mensch auf diesem Weg hinterlassen hat.
Franz Eichleter hat in Waidhofen solche Spuren hinterlassen.

Franz Eichleter – bejubelter Schauspieler bei den Winnetoufestspielen in Gföhl

Nicht nur das „Schauspielern“ war eine seiner Stärken –
Piaty Video hat vieles von Franz Eichleter dokumentiert:

Hochkarätige Europadiskussion,wo Franz Eichleter seine Berufskollegen tatkräftig vertrat:

Auch sein karitatives Engagement soll nicht unerwähnt bleiben: Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz für die Paralympics, der ihm nicht nur Anerkennung und Auszeichnungen einbrachte, sondern auch zu einer ganz besonderen persönlichen Begegnung mit Arnold Schwarzenegger führte.

Und auch im Land NÖ hatte er sich Auszeichnungen verdient:

Aber sein wichtigstes Aufgabengebiet lag natürlich im Mostviertel.
All das aufzuzählen, was Franz Eichleter hier über viele Jahre hinweg bewegt, angestoßen und mitgestaltet hat, wäre beinahe unmöglich.

Deshalb sollen an dieser Stelle einige ausgewählte Piaty-BLOGS und -VIDEOS für ihn sprechen. Sie lassen Franz noch einmal so erscheinen, wie ihn viele Menschen kannten: engagiert, ideenreich, manchmal unbequem – vor allem aber frisch, lebendig und voller Tatendrang. Denn genau das war Franz: einer, der etwas bewegen wollte und sich nicht so leicht unterkriegen ließ – auch dann nicht, wenn man es ihm mitunter alles andere als leicht machte. So werden aus Bildern und Videos plötzlich mehr als Erinnerungen:
Für einen Augenblick wird Franz darin wieder lebendig.

Ohne Franz kein „Kunst & Krempl“ ?

Franz Eichleter und seine Bäcker und Konditoren – lange her aber eben identisch

Dass es im Jahr 2026 lange Zeit keinen Flohmarkt gab, hatte einen traurigen Grund: Franz Eichleter war schwer erkrankt. Und irgendwie war es für viele ganz selbstverständlich: Ohne Franz kein „Kunst & Krempl“. Zu sehr war dieser Markt mit ihm verbunden, mit seiner Begeisterung, seinem Gespür für alte Dinge, mit den vielen Begegnungen und Geschichten, die sich über all die Jahre angesammelt hatten.

Umso berührender erscheint heute ein beinahe unglaublicher Zufall:
Ausgerechnet am Tag vor seinem Tod fand wieder ein solcher Floh-Markt statt.

Fast könnte man meinen, als hätte das Leben selbst noch einmal ein Zeichen setzen wollen. Noch einmal „Kunst & Krempl“, noch einmal jene Welt, die Franz Eichleter so lange mitgeprägt und mit Leben erfüllt hatte – und nur einen Tag später nahm er Abschied von dieser Welt. Vielleicht war es nur ein Zufall.
Vielleicht aber war es auch eine stille Verbeugung vor einem Lebenswerk.

Der Markt soll weitergehen. Menschen werden kommen, stöbern, suchen, finden, miteinander reden und Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Doch für jene, die Franz Eichleter gekannt haben, wird dabei wohl immer etwas von ihm bleiben.

Denn manche Menschen gehen – aber ihre Spuren bleiben.

Und sogar bei einer ganz besonderen europäischen Reise war Franz Eichleter mit dabei: bei der exklusiven Fahrt des „Euro-Train“ der Europäischen Union.

Dabei war Franz, wie viele ihn kannten, eigentlich ein ausgesprochener Autofahrer. Doch für dieses außergewöhnliche Ereignis tauschte er Lenkrad gegen Eisenbahnabteil – und das aus einem bemerkenswerten Grund: Nur drei Österreicher waren von der EU eingeladen worden, in diesem besonderen Zug mitzureisen. Einer von ihnen war Franz Eichleter.

Auch das erzählt viel über sein Leben. Franz war eben nicht nur im Mostviertel unterwegs. Wenn sich eine besondere Gelegenheit bot, wenn Menschen zusammenkamen und etwas Außergewöhnliches geschah, dann war er dabei.

Ein Waidhofner Original auf europäischer Reise – auch diese Geschichte gehört zu den vielen Erinnerungen, die von Franz Eichleter bleiben.

Darum möge auch der Abschluss dieses BLOG`s im Sinne von Franz sein:

„Endlich san d’Weiber furt“ – und jetzt ist auch Franz gegangen …

Dieses Bild zeigt Franz Eichleter so, wie ihn wohl viele in Erinnerung behalten werden: mittendrin, mit einem verschmitzten Blick und immer für einen Spaß zu haben.

„Endlich san d’Weiber furt“ steht groß auf dem Plakat des Sonntagberger Theaterstadls. Ein Titel, über den Franz sicherlich selbst herzlich lachen konnte. Heute bekommt dieses Piaty-Foto allerdings eine ganz andere, beinahe nachdenkliche Bedeutung. Denn nun ist Franz selbst „furt“ – und diesmal gibt es leider keine nächste Vorstellung, bei der er wieder auftaucht.

Aber vielleicht darf gerade bei einem Menschen wie Franz Eichleter der Abschied nicht nur traurig sein. Vielleicht gehört auch ein kleines Schmunzeln dazu. Denn wer so viele Jahre Menschen zusammengebracht, Veranstaltungen organisiert, Ideen verwirklicht und dabei auch den Humor nie verloren hat, der hinterlässt mehr als nur Erinnerungen.

Der Vorhang ist gefallen – aber die Geschichten bleiben. Und irgendwo würde Franz bei diesem Bild vermutlich sagen: „Na, des passt scho so!“

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