Wenn in Waidhofen / Ybbs etwas verändert wird, kommt meist die Frage, wer das eigentlich will. Bei der Umgestaltung des Unteren Stadtplatzes in eine „Hallo Begegnungszone“ wird dies kurz vor der Wahl sehr gut dokumentiert.
Die Verantwortlichen selbst erklären die Zukunftsvisionen:

Aus „Hallo Waidhofen“ vom Oktober 2021

Also wird nun seit 15. September 2021 an einer „Bushaltestelle“ gebaut. Anfangs verhüllt, um den „Durchblick auf das Architektenwerk“ nicht zu ermöglichen.

„Verhüllungen“ – Üblichereise nur beim „endlosen Pflastersanieren“ als „Blickfang“ eingesetzt

Doch bald zeigte sich, was hier geplant und verbaut wird. Von einigen als „Pflasterschoner“ bezeichnet von Anderen als „Tanzboden“ ausgemacht ist die beste Bezeichnung aber sicher winterharte „Wahlplattform“. Denn so etwas kurz vor einer Wahl zu machen zeigt Mut, aber auch Risiko.
Denn 2007 glaubte auch niemand, daß ein unpassender Glasaufbau dem Bürgermeister seine „Absolute“ kosten sollte.

Und immer wenn die Bevölkerung etwas wahrnimmt, sind auch die „Eulenspiegeleien“ des Kulturkreis Freisingerberg nicht weit. Als erster hat Stadtdichter Fred Eichleter das Ohr an die Bürgerinnen und Bürger gelegt und dessen vielen Einflüsterungen zu Papier gebracht:

Alt ist die Forderung der „Roten“,
dass Autos in der Stadt verboten!
Nur Radlfahrer und Flanierer
und „Schanigartenanvisierer“,
dem Ambiente ist‘s geschuldet,-
sei‘n hier erwünscht und auch geduldet!

Regiert jetzt schon die SPÖ
mit Phantasien und mit Schmäh
und macht uns die im Handstreich glatt
Waidhofen zur Museumsstadt?

Wie soll der Eindruck sonst entsteh‘n.
den wir am Untern Stadtplatz seh‘n?
Man legte zu dem Bürgerweg
noch einen breiten Brettersteg
und flugs sind auch auf diesem Fleck
gleich wieder ein paar Parkplätz‘ weg!

Ganz wichtig ist es und ein „Muss“,
…die alte Haltstell‘ für den Bus,
obwohl sie nimmer hin gehört,
bleibt wochenlang, obwohl sie stört!

Macht man mit Heimlichtuerei
Waidhofen langsam autofrei?
Und schafft man das ,ganz still und leise
und schön beschaulich, scheibchenweise?

Stadtdichter Fred Eichleter

Doch der „öffentliche“ Verkehr hat in der Waidhofner Innenstadt ein „Alleinstellungsmerkmal“ – Weltweit wohl als einzige Stadt bekannt, wo der öffentliche, innerstädtische Bus-Verkehr an Samstagen ruht. Auch verständlich, denn wenn an den Werktagen (auf Grund des viel zu langen Intervalls) fast niemand mehr mitfährt, so ist eben an Samstagen noch mehr „tote Hose“.

Beispiel Samstag vormittag
Citybahn im Halbstundentakt –
Citybus an diesen Tagen dagegen „völlig regungslos“.
Eine einfache Frage daher an die Verkehrspolitiker:
Warum fährt die Citybahn am Samstag vormittag im verdichteten 1/2 Stundentakt, der Citybus aber gar nicht?

Darum sei nun auch etwas „Satire“ erlaubt:
Denn der öffentliche „Verkehr“ soll doch immer vorbildlich sein.
Da hat wiederum Künstler Herbert Petermandl so seine Ideen schnell zu Papier gebracht. Wer die „gesetzlichen Auflagenkontrolle der Arbeitsinspektorate“ kennt, weiß daß ein längeres „Stehen“ auf Steinböden während der Arbeitszeit mit unbequemen Schuhwerk nicht geduldet werden kann. Ob Teppich, Kunststoffauflage oder Holzboden als Abhilfe – das kann der Arbeitgeber bestimmen.

Und so heißt das neueste Petermandlbild (11. Oktober 2021) passend auch
„Hallo, öffentlicher „Verkehr“.

Nach dem das letzte öffentlichen Verkehrsmittel „Bus“ abgefahren ist, ist die weitere „Nachnutzung“ durch „Stadtbehübschungen“ gut abgesichert. Hallo „Kleiner“ – könnte das „Losungswort“ für ein 1-2-3-6 Ticket werden.
Satire: Herbert Petermandl ist berühmt für die „Kleinigkeiten“ rundherum – so wird auch der „Plattenspielerbrunnen“ eine Aufwertung erfahren. Ob auch ein „Drehteller“ wie in den großen Nachtklubs in Las Vegas kommen wird, ist noch nicht abgeklärt – dazu wird noch ein Sponsor gesucht. Wer noch mehr sehen will, das Originalbild von Herbert Petermandl hängt in seiner Auslage im „Hartner“ Gasserl.

Zurück in der Realität:
Nun ist ein Monat !!!! Bauzeit verstrichen, Gerüchten zufolge (genaue Pläne gibt es ja selbst für die Gemeinderäte nicht) sollen bis zur Wahl weitere Annehmlichkeiten für die Wählerinnen und Wähler folgen – z.B. völlig sturmsichere Holz-Schirme (ebenfalls eine Weltneuheit).

Mit Schirmen hat man in Waidhofen ja recht gute Erfahrungen:

„Wohlfühlzonenbeschrirmung“ Hoher Markt 2021

Auch Glas soll noch kommen (harmonisch zum Kubus passend) ….und wenn nicht alles trügt, so wird auch die neu errichtete Holzplattform noch vor der Eröffnung wieder etwas umgebaut werden.
Daß schon in den ersten Tagen manche Autos ihre „Gummispuren“ hinterlassen haben läßt erahnen, welche mechanische Belastungen auf diese „leichte Alu-Unterkonstruktion“ zukommen werden:

Kurz nach der Vorstellung der Aussagen der SPÖ hat auch Bürgermeister Krammer die Öffentlichkeit zum Thema informiert – bei ihm wird aus der Begegnungszone jetzt gar schon ein „Wohlfühlzentrum“. Nach dem Wohnzimmer der Stadt (Hoher Markt) also wieder „Worthülsen“

Und der Kulturkreis Freisingerberg bekam auch die Kosten für all das zugesendet – und auch die Vorgangsweise im Gemeinderat dazu. Da diese Diskussion aber dem Gemeinderat vorbehalten werden soll, werden die doch sehr hohen Zahlen über die Kosten hier nicht veröffentlicht.

Dieser BLOG hat Anfang Oktober alle Rekorde gebrochen –
45 Kommentare – öffentlich.
Leider waren manche so gehalten, wie es die Österreicher aus den „Chats“ mancher Politiker derzeit kennen – unhaltbar für sachliche Diskussionen.

Sie wurden daher vom Kulturkreis Freisingerberg sofort gelöscht und nur für das Archiv gesichert. Viele der Kommentare waren allerdings sehr sachlich und verständlich. Insbesonders Margit Huber hat hier ihren Erfahrungsschatz über die Stadt Waidhofen sehr gut und ehrlich eingebracht. Um sich aber nicht der Gefahr einer einseitigen Zensur auszusetzen, wurden auch diese positiven Beiträge gelöscht.

Der BLOG ist natürlich weiter offen zu sehen:

Wie wirken sich größere Fußgängerzonen in kleineren Städten aus?
Oben wird als Beipiel die Stadt Krems mit einem SPÖ Bürgermeister (Resch) genannt – hier seine Erfahrungen:

https://www.noen.at/krems/alarmstimmung-in-krems-geschaeftesterben-ist-brandherd-rathaus-will-helfen-geschaeftesterben-handel-erwin-krammer-innenstadt-krems-76418582

Letzte Meldung:
Die Vorkommnisse im Bereich des Unteren Stadtplatzes könnten diesen sehr gut geschriebenen Leitartikel von NÖN Redakteur Andreas Kössl recht schnell alt aussehen lassen.

Denn eine Stadt ohne eine „kritische Kraft“ ist keine gute politische Lösung. Michael Elsner hat 15 Jahre gute Gemeinde-Arbeit geleistet, beruflich eine große Karriere bei der ÖBB hingelegt – er verdient ein „Zurücklehnen“ und darf ein kleines Dankeschön vom Kulturkreis Freisingerberg entgegennehmen.

Und weil dieser BLOG zu den meistegelesenen des letzten Jahres zählt, gibt es einen „Extra Stadtdichterreim“ dazu:

Es war schon einmal lustiger
in uns‘rer kleinen Stadt,
jetzt es wird langsam frustiger,
wie es den Anschein hat!

Die Läden waren wohlbestückt,
das Leben hat floriert!
Jetzt scheint‘ s der Politik geglückt,
dass manches anders wird!

Nur Dienstag, Freitag vormittag
sieht man noch Menschen geh‘n
und schon bis hin zum Nachmittag
sind sie nicht mehr zu seh‘n!

Geschäftsleut’ machen rundherum
die Läden einfach dicht!
Die Kunden, sprich das Publikum,
verstehen manches nicht!

Fast Großkonzerne ganz allein
sind in der Stadt aktiv!
Es lachen fröhlich im Verein
die Geister, die man rief!

Ein jeder, der ein Fahrrad hat,
ist allerorts beliebt,
es scheint, als ob die ganze Stadt
mit Freude Räder schiebt!

Das Auto, dieser Störefried,
wird nur mehr toleriert!
Bald singt der Wind sein kaltes Lied,
ob es dann anders wird?

Wird uns‘re Stadt zum Wohngebiet,
kauft man dann auswärts ein?
Was in der Zukunft auch geschieht,
man sollt`sich darauf freu‘n,…

…dass doch einmal der Hausverstand
die Unvernunft besiegt
und uns`re Stadt und unser Land
den rechten Anteil kriegt!

Stadtdichter mit „Vorahnung“

Nun fehlen die für die Geschäfte so wichtigen Parkplätze schon 4 Wochen, da die Citybusse noch immer bei der alten Haltestelle beim DM stehen. Wann soll denn diese „Wohlfühl-Bushaltestelle“ endlich in Betrieb gehen, fragen sich immer mehr Wählerinnen und Wähler.

Das schrieb uns ein Leser dazu:
„“Für so ein Werk sollte auch ein „passender“ Eröffnungstag ins Auge gefasst werden – Am. 2. November 2021 ist „Allerseelen“ – das würde zum Thema gut passen. Ob bis dahin nun tatsächlich weiter die Parkplätze fehlen werden, das sollten die nächsten Wochen zeigen““.

Waidhofen und die Verkehrslösungen, das war schon immer ein großes Thema in der „alten Eisenstadt“ – nicht zu verwechseln mit „Alteisenstadt“:

Ein besonders gutes Beispiel dazu ….
…… stand im Boten von der Ybbs im Jahre 1957

Glosse 1957 – was wäre Edi Freunthaler 2021 zur „Wohlfühl – Bushaltestelle“ eingefallen?

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